Wer hätte gedacht, dass die Investment-Banker dieser Welt noch mal Wahlkampf für Lafontaine, Bisky und Sodann machen. Machen sie nicht? Machen sie doch! Wer es nicht glaubt, der lese den sowas von dermaßen grandiosen Artikel von Nils Minkmar bei FAZ.net ("Ich möchte dieses Geld lieber nicht bezahlen"), der mich mit der vergessenen Probeabo-Kündigung sofort wieder versöhnt! Mit gespielter Naivität versucht Minkmar zu erläutern, warum er eigentlich gar keine Lust hat, die 500.000.000.000,- EUR zu mitzubezahlen.
Und das Warum ist schnell erklärt: Erstens hat uns niemand gefragt,
ob die Lehman-Brüder dieser Welt lustige Domino-Geschäfte rund um den
Globus machen sollten an deren Ende eine Bretterbude in Anytown,
Illinois als Sicherheit steht und zweitens haben wir von den jahrelang
sprudelnden Gewinnen ja auch nichts gesehen außer Yachten und Palästen
in deren Angesicht wir uns Neid vorwerfen lassen mussten.
Dieses Gesetz zwingt mich dazu, jemand zu sein, der ich nicht will:
jemand, der den Armen nimmt, um den Reichen zu geben. Das ist mir
zuwider. Darum möchte ich eigentlich lieber nicht zahlen.
Aber hat man eine Wahl? Kann man den "Laden" vor
die Wand fahren und sagen "Sowas kommt von sowas"? Irgendwie nicht,
denn die, die den Laden Richtung Wand gesteuert haben, sind fein raus
und die, die am allerweingsten dafür können werden den laden wieder aus
den Fugen polken - wie immer.
Und diese Ohnmacht, diese Hilflosigkeit, dieses
Friss-oder-Stirb ist es was den Leuten den Neid, die Mißgunst und die
Abscheu in die Augen treibt. Und nur schwerlich kann man es ihnen
verübeln, wenn sie Gehaltsbeschränkungen für "Top"-Manager fordern.
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