"Endlich in einem freien Land" freut sich ein
ehemaliger Stasi-Offizier als er die Räume der Universität im dänischen Odense betritt. Natürlich komplett ironiefrei ist das gemeint, wie auch der Ausspruch des Rechtsanwalts Jürgen Stahl: Ob man den Stauffenberg-Trailer gesehen habe?
"Wer Verräter ist, der erschießt sich selbst oder wird erschossen." Angesprochen wurde er auf das 1981 an Republikflüchtling
Werner Teske vollstreckte Todesurteil. Wie krude und eigentlich löblich dieser Vergleich ist, hat er nicht begriffen, aber geistige Flexibilität war der Stasi auch eher nicht zueigen.
Nach Odense waren insgesamt etwa 60
ehemalige
Stasi-Offiziere auf einer Art Margarine-Fahrt, geladen vom "Center for
Cold War Studies" nachdem die Veranstaltung eigentlich für den 17. Juni
(sick!) in Berlin geplant war. Das Center wollte offenbar die
Gelegenheit nutzen sich als furchtlose Forschungsanstalt zu
präsentieren und den ehamligen "Kundschaftern des Friedens" ihre Sicht
der Dinge entlocken. Wie mäßig das gelungen ist, zeigt die folgende
Linksammlung:
3Sat Kulturzeit: Bizarres Debakel - Historiker treffen Zeitzeugen in Odense
(Video des Beitrags leider nicht in der 3Sat-Mediathek)
FAZ: Die Butterfahrt der Stasi-Offiziere
Süddeutsche Zeitung: Helden wie wir - Treffen der Stasi-Agenten
Spiegel Online: Ohne Unrechtsbewusstsein - 60 Ex-Stasi-Mitarbeiter treten bei Konferenz in Dänemark auf
Bleibt ein Trost: Auch diese Herren werden vor ihren Richter treten. Ziemlich bald sogar.
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