Phase I: Es wird eine brutalstmögliche Analogie gewählt, die natürlich hinten und vorne hinkt und ein bisschen damit rumgespielt:
"Jagdsaison eröffnet", "Kurze Hatz", "Fangschuss". Enorm kreativ!
Phase II: Dann wird kurz erwähnt, dass sich das ganze immerhin in einem
"öffentlich-rechtlichen Fernsehstudio"
abspielte, verkennend, dass das ja nun wirklich keinen Unterschied macht. Aber
das heißt ja dann, dass wir, dass der kleine Mann auf der Straße dafür
auch noch bezahlt, für diese Sprachpolizei!
Wichtig hierbei: Bei den Öffentlich-rechtlichen immer feste druff, die nächste Gebührenrunde kommt bestimmt, dann kann man das noch mal ausgraben. Vorsicht hingegen bei der zwar öffentlichen aber wenig rechtlichen BILD, die wehrt sich, die braucht man noch.
Phase III: Man suggeriere in alter Verschwörungstheoretikertradition, es gebe ein
"Kartell der Selbstgerechten", das
"ein politisch korrektes Diffamierungsprogramm"
einleitet. Das ist insofern wichtig, dass den Leuten da draußen sowohl
Kartelle (Strom! War das nicht auch ein Kartell!?) als auch Programme
(Hatz IV? Computer, Roboter, Automten?) zutiefst zuwider wenn nicht gar suspekt
sind. Zudem hänge man das Thema ganz ganz oben auf: "
Meinungsfreiheit"! Drüber kommt nur noch Sicherheit oder Freiheit per se. Vorsicht mit: Brunnenvergifter und alles mit Geld (siehe Juden).
Phase IV: Man sortiere die in Schutz genommene
"eingeschränkt analogiebegabte Hobby-Historikerin" (
Sascha Lehnartz in der FAS)
und ihre Äußerung fachgerecht ein: "Egal ob bei Herman, Giordano,
Meissner oder Oettinger - egal ob bei der Patriotismusdebatte,
Islamismusschelte oder Kritik am Multi-Kulti-Kult".
Dabei ganz wichtig:
Ein Jude mindestens, denn gegen die sagt keiner was (Ätsch,
Sprachpolizei!) und dann gern noch andere Stützen der Gesellschaft,
hier: Ein Klerikaler und ein Landesvater, denen beiden böse mitgespielt
wurde. Mussten die nicht zurücktreten oder sich gar entschuldigen?
Furchtbar, diese Sprachpolizei.
Inhaltlich wirft man die in Rede stehenden Beiträge am besten zusammen
mit so diffusen Schlagworten wie "
Patriotismus" oder
"
Multi-Kulti". Da weiß man nichts genaues drüber, ist daher immer ein
heißes Eisen. Auf Betriebsfesten darf man da auch immer nichts zu sagen, genau wie zu den Juden!
Phase V: Dann muss natürlich noch ein bisschen am eigentlichen
Skandalgegenstand gedreht werden. Natürlich hat Herman nicht des
Führers Familienpolitik gelobt sondern sich nur gegen den "
hemmungslosen Individualismus" ausgesprochen und
"Familienwerte" (generell!) gelobt. Und
das soll man nicht mehr sagen dürfen? Böse Sprachpolizei!
Phase VI: Zum Schluss kann noch ein bisschen geweint werden: Hier darf man auch gern mal auf den
Punkt bringen, was einen selber an Politikersein echt immer schon total gestört
hat:
"Die nationalsozialistische Katastrophe hat vom konservativen,
rechten oder romantischen Gedankengut vieles scheinbar auf alle Zeit
kontaminiert." Die blöden Kack-Nazis haben uns echt die tollen Themen
total besudelt und so. Das ist echt mal total scheiße von denen
gewesen! Nur Ärger hat man mit denen. Warum werden die denn nicht verboten endlich? Ach so,
stimmt ja.
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