
Der Tagesspiegel
interviewt zwei Berliner "Ökoaktivisten" die seit geraumer Zeit vornehmlich in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf die Luft aus Autoreifen lassen. Bisher waren etwa 200 Wagen betroffen. Seit wann solche Menschen als
Ökoaktivisten und nicht mehr als
Präpubertäre Rabauken - euch zieh ich die Ohren lang! tituliert werden, wird klar wenn sie erklärten, um welche Fahrzeuge es ihnen geht:
"Wir legen nur Autos lahm, die mehr als zehn Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. [...] nur große Limousinen, Sportwagen und Geländewagen. Auch ältere Modelle oder Campingwagen bleiben natürlich verschont."
Natürlich? fragt sich der geneigte Leser nun. Stoßen "ältere
Modelle und Campingwagen" nicht das gleiche CO2 aus, wie Geländewagen?
Ja schon, aber die dreißig Jahre alte Ente des altlinken Kreuzberger
Solzialkundelehrers und das durchgerostete Wohnmobil des
Sponti-Wohnprojekts bleiben verschont. Klar, dass es
Dumm und
Dümmer*
eben mitnichten darum geht, "eine öffentliche Diskussion anzuregen" und
"Grenzen und Gesetze [zu] überschreiten, um auf die Problematik des
Klimawandels aufmerksam zu machen." Es stehen genau die gleichen kruden
Ideen dahinter, wie bei denen, die "Protzkarossen" in Berlin und
anderen Städten konsequenterweise gleich anzünden.
Daher darf
auch im Interview mit dem Tagesspiegel der Hinweis auf die
gesamtgesellschaftliche Verantwortung des einzelnen Spinners nicht
fehlen:
"Das [sic!] manche Autos das fünffache an
Sprit schlucken und an CO2 ausstoßen, als [sic!] unbedingt nötig wäre,
ist schon schlimm genug. Aber dass so etwas als Statussymbol bei
Neuwagen gilt, finde ich skandalös."
Damit wird dann
klar, dass der Gesellschaft mal wieder auf dem Wege des intellektuellen
Notstandes mitgeteilt wird, wie krank/pervers/skandalös sie eigentlich
ist.
Fragt sich nur, wann endlich die Fußgängeraktivisten dazu
übergehen, den Ökoaktivisten die Luft aus ihren Fahrradreifen zu lasen,
um damit auf deren mangelnde Beleuchtung und unzureichende
Verkehrsicherheit aufmerksam zu machen. Oder wann sprühen
Olfakto-Aktivisten endlich Deo auf die ungewaschenen Ölkoaktivisten in
Bussen und Bahnen um auf deren mangelnde Hygiene aufmerksam zu machen?
Klingt
beides nach Selbstjustiz? Iwo, die Politik tut ja nichts, da muss man
das eben selber machen. Vielleicht springt einem ja Al Gore zur Seite
und spannt den Schutzschild des Friedensnobelpreises über einem auf.
*Namen von mir auch noch mal geändert.
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