
"Nichts ist umsonst", eröffnete mir heute der Tankwart als ich leicht entrückt auf die ratternde Zapfsäule starrte, "nicht mal der Tod. Der kostet das Leben."
Einer, der oft und intensiv dafür schrieb und stritt, das nicht alles und jeder in Heller und Pfennig aufgewogen werde, ist tot. Der Philosoph und Soziologe André Gorz hat sich mit seiner Frau im September gemeinsam das Leben genommen. Beide waren schwer krank und hohen Alters.
Gorz hatte Zeit seines Lebens von der Freiheit von Lohnarbeit geschrieben und wäre sicher kein Freund der "digitalen Bohéme" gewesen, die ihre Arbeitskraft immer und überall vermarktet. Auch der sich selbst optimierende und rationalisierende Fabrikarbeiter war im ein Graus.
Bei 3sat.online gibts die Rezension seiner Liebesgeschichte "Briefe an D.", seines Buches "Wissen, Wert und Kapital - Zur Kritik der Wissensökonomie" und einen Beitrag aus der Sendung Klurzeit zu seinem Tode (real media).
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